Gedanken zum Anschlag auf die Synagoge in Halle

Bereits die Idee, eine Gemeinschaft kontemplierender Menschen an einem ihrer höchsten Feiertage, – der Besinnung auf das spirituelle Wachsen geweiht – eiskalt auslöschen zu wollen, ist an Schäbigkeit und Niedertracht nicht zu überbieten. Der normale Menschenverstand erschaudert vor der Woge von Wut, Hass, Feuer und Blei, welche sich über unschuldige jüdische Beter ergießen sollte. Ist es Hybris, die einen jungen Menschen dazu veranlasst Utøja, Bataclan oder Christchurch im Rahmen einer diabolischen Internet-Challenge noch übertreffen zu wollen? Schwer, darauf eine sinnvolle Antwort zu finden, was sich in solch kranken Hirnen abspielt. Vielleicht noch mit „erweiterten Selbsttötungen“ vergleichbar, bei denen ein Verzweifelter erst seine Familie und schließlich sich selbst ums Leben bringt oder für diesen allerletzten Schritt die Polizei missbraucht, jedoch, wenn es sich um völlig Fremde handelt desto mehr verabscheuenswert.

Als AfD wenden wir uns gegen jede Form von Antisemitismus, was auch im Entwurf für das Kommunalwahlprogramm folgenden Niederschlag gefunden hat: „Für den Schutz jüdischer Kultur in München: Beschimpfungen und tätliche Angriffe gegen unsere jüdischen Mitbürger sind für die AfD nicht hinnehmbar. Menschen jüdischen Glaubens waren und sind wertvolle Impulsgeber der europäischen Kultur. Daher verdienen die jüdischen Wurzeln in München, ihre Eigenheiten und ihr Brauchtum, Respekt und Förderung, unabhängig von den im Einzelfall wohlmeinend zu prüfenden Forderungen von Interessenverbänden.“

Dass jedoch prominente Vertreter anderer Parteien und die Kommentatoren vieler Presseerzeugnisse die verabscheuungswürdige Tat von Halle in einem großen Unisono gegen die AfD wahltaktisch zu instrumentalisieren suchen, ist gleichfalls schäbig. Selbstverständlich dürfen – selbst bei der Opus-Klassik-Verleihung – die kunstvoll sinnentstellten Zitate vom „Denkmal der Schande“ und vom „Vogelschiss“, noch das elende Gebettel um weitere Steuermittel für „Demokratieförderung“ fehlen.

Aber wäre es nicht eher heilsam, die Ursachen des Aufstiegs der Hitleristen zu reflektieren, um sich darüber klar zu werden, welche Faktoren die Nazi-Diktatur erst ermöglichten, anstatt in tränenselig-rückwärtsgewandten Ritualen der „einzigartigen Verbrechen der Deutschen“ zu gedenken? Wieso sind diese Kommentatoren nicht in der Lage zu begreifen, dass die Verachtung von eigener Geschichte und Nation eine Integration von Menschen mit einem Herkommen aus durchaus nationalbewussten Kulturen in unsere Gesellschaft nahezu unmöglich macht und diese Menschen in der Folge eher davon abhält, das staatliche Gewaltmonopol zu respektieren?

Ist’s Dummheit oder Bosheit gar?
Falsch ist’s in jedem Falle!

BT

27. Oktober 2019|